Überraschende Geschichten aus dem Alltag einer Klinik

In dieser Woche bin ich auf einen Blog gestoßen, den ich euch heute  vorstellen möchte.

Bei einem Blognamen wie „Zorgcooperations – Raumflotte Zeta N für Anfänger von Zorgcooperations“ fangen meine Gedanken an zu rattern und ich befinde mich im Weltall bei Sternenkriegern und Raumschiff Enterprise. Das weckte meine Neugierde. 

OrionMein Erstaunen war groß, als ich lese, dass es hier um den Blog einer Ärztin aus Beteigeuze geht. Aus wo? Aus dem Weltall! Denn Beteigeuze ist als einer der hellsten Sterne mit bloßem Auge gut sichtbar. Sternbild Orion, linke Schulter. (Kennt doch jeder, oder?) Aber wir schweifen ab.

Was soll an einem Arztblog so interessant sein?

Es geht im Blog nicht um wissenschaftliche Erörterungen von unaussprechlichen Krankheiten oder immer wiederkehrend heruntergeschriebenen Gesundheitstipps.
Hier schreibt eine „Anfängerärztin“ über ihre Erlebnisse im alltäglichen Wahnsinn einer Klinik.

Das Besondere des Blogs ist die Art und Weise ihres Schreibstils. Ein so schwieriges Thema wird hier in einer lockeren und teils fröhlichen Art „behandelt“. Die kleinen Geschichten reißen einen mit und man liest sich immer tiefer hinein.

Die anonyme Blogschreiberin beschreibt ihre Zeit in der Ausbildung und während Prüfungen, über Missverständnisse und über schiefgegangene Untersuchungen bei falschen Patienten. Selbst aus traurigen Momenten kommt man immer mit einem lachenden Auge heraus. Das Besondere an den kurzen Geschichten ist jedes Mal die Pointe.

Und wie ist das mit dem Patientengeheimnis? Genauso wie wir nicht erfahren, in welcher Stadt sich die Orion-Sternen-Klinik befindet, genauso gibt es die mitspielenden Patienten, Ärzte und Schwestern nur in einem Paralleluniversum aus Phantasie und Wahrheit. Und sicherlich nicht mit ihrem Echtnamen, wie Hutzelmann, Gahnzaff und Grunzahf belegen.

Die kleinen selbstgemalten Cartoons, die jeden Beitrag auffrischen, unterstreichen die lustigen Ausführungen.

Und warum nun Beteigeuze? Unsere Bloggerin begründet es selbst: „Eigentlich wollte ich Raumschiffpilot werden. Aber das ging nicht. Schlechtes räumliches Vorstellungsvermögen.“

 

Hier eine Leserprobe:

Frau Wimpelstein wäre sonst eigentlich ganz normal. Ziemlich alt (so 90 oder so), aber normal. Und unauffällig. Seminett. Sagten die Angehörigen. Nachdem sie jetzt aber erst von den Chirurgen ein neues Hüftgelenk bekommen hatte und im Anschluss aber kein Diuretikum, landete Frau Wimpelstein auf einer internistischen Station mit Wassereinlagerungen und prolongierter, postoperativer Verwirrtheit. Außerdem irgendwie Bauchschmerzen.
 
Ich setzte mich neben Frau Wimpelstein und versuchte ein sinnvolles Gespräch.
 
„Aufhängen sollte man die Alle!“, schimpfte die Dame missmutig.
 
„Oh …“

Sollte ich irgendwann und irgendwo in einer Klinik auf eine Ärztin treffen, werde ich mir vorstellen, dass gerade sie die Autorin dieser erfrischenden Geschichten ist.

Dieser Blog sollte zur Pflichtlektüre für alle Patienten werden. Nicht mit erhobenen Zeigefinger, sondern einfach um ein wenig über die Zeit im Krankenhaus zu schmunzeln.

Hier könnt ihr obigen Beitrag weiterlesen: „Prolongiert und postoperativ“.
Viel Spass beim Schmökern.
Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s