100 Dinge, die wir meistens nicht über andere Leute wissen wollen – oder doch?

Schild "Ww are in the garden"

Ich klatsche nicht gerne. Habe ich nie gemacht und hat mich nicht interessiert. Beifall dagegen gibt es von mir schon. Wenn etwas gut ist. Für Künstler zum Beispiel. Ist aber etwas anderes.

Nein, heute geht es mir um den allgemeinen Klatsch und Tratsch unter Nachbarn, Arbeitskollegen oder Gartenfreunden.

„Wer war das denn?- Kennt ihr den schon? – Und habt ihr schon gehört?“

Wenn unsere Gartennachbarin so richtig in Erzähllaune kommt, erfahre ich gut und gerne die Neuigkeiten über alle Gartenfreunde unserer Umgebung.

Ich habe zwar keine Zeit, stehe mit erdverkrusteten Händen am Gartenzaun und höre doch zu. Vor lauter Neuigkeiten vergesse ich die gerade ausgetopfte Pflanze, die nunmehr entkräftet in meiner Hand hängt.

Da geht es zum Beispiel um den Gartennachbar, der seinen dicken Bierbauch durch die Gegend schiebt und immer noch denkt, er sei der Schönste im Lande.

Oder die Mutter, die ihre Kinder laut schreiend durch die Gegend kommandiert. Da fällt doch ein jeder im näheren Umkreis erschrocken von der Hollywoodschaukel.

Blühender FliederWir kennen auch den ganz Konfusen, der seinen Grünkohl mit homöopathischen Mitteln aufopferungsvoll pflegt. Aufgelöst hastet er zu jedem, wenn eins der nimmersatten Lilienhähnchen an seinen Blumenschönheiten herumknabbert.

Eigentlich alles Menschen wie du und ich – und gerade deshalb klatschen und tratschen wir über sie. (Pssst: Wer mit wem, warum und wie lange.)

Nach gefühlt 2 Stunden lässt mich meine Gesprächspartnerin stehen, nicht ohne einen mitleidigen Blick auf die verwelkende Blume zu werfen und den mahnenden Worten, dass diese doch schnellstmöglich Erde und Wasser brauche.

Seid ihr auch schon in dieser Situation gewesen? Eigentlich ist Klatsch viel zu belanglos und doch faszinierend und so interessant, dass ihr einfach mitmacht?

Natürlich. Man könnte Bücher darüber schreiben.

Oder einen Blog

Es gibt da so einen Gartenblog. Ach Quatsch, eigentlich geht es um D. und A. und M. Alles Leute, die wir nicht kennen. Aber die Geschichten sind so fesselnd, dass wir uns jedes Mal festlesen, schmunzeln und sagen, ja, diese Leute kennen wir so oder so irgendwie auch.

Heute wollen wir euch den Blog Karo-Tina Aldente vorstellen, etwas in den Texten stöbern und bei den Machern für ein kurzweiliges Interview am Gartenzaun verweilen.

Screenshot vom Blog

Screenshot vom Blog

Ausgeplaudertes Geheimnis: Unser 10. Bloginterview bei Blogspione

Unsere Tomaten sind gepflanzt, das Gartenhäuschen frisch gestrichen und die ersten Salatspitzen zeigen sich. So haben wir Zeit und Muße für ein Interview.

1 | Euer Blog-Name ist Karo-Tina Aldente. Doch wer steckt dahinter?

Das Pseudonym Karo-Tina Aldente wurde für die Zeitung ‚Gartenfreund‘ erdacht, genauer für den sächsischen Landesteil der Zeitung „Sachsen aktuell“. Da die Personen hinter dem Pseudonym im Zweifel auch wechseln können, sollen nicht zu viele Details verraten werden.  Im Augenblick schreiben vor allem die zwei KleingärtnerInnen, die das Konzept entwickelt haben.

2 | Ihr bloggt nunmehr schon seit Oktober 2015? Was hat euch zu diesem Blog inspiriert?

Da mit den Zeitungsbeiträgen nur die Leser in Sachsen erreicht werden konnten, bei der Arbeit auf Bundesebene aber auch andere Kleingärtner auf die Rezeptgeschichten zugreifen können sollten, wurde der / das Blog ins Leben gerufen.

3 | Ist das euer erster Ausflug ins Bloggen bzw. habt ihr noch weitere Blogprojekte?

Es ist das erste Blogprojekt.

4 | Für euren Blog nutzt ihr WordPress. Wir sind mal neugierig und wollen wissen, welches Design-Theme  ihr ausgewählt habt.  Wie seid ihr bei der Auswahl vorgegangen? War es schwierig?

Das Theme heißt Penscratch. Es gefiel bei der ersten Sichtung. Ehrlich gesagt wurde darüber nicht so lange nachgedacht, wie über den Namen und die Grafik. Das gesamte Blogprojekt entwickelt sich nach der Methode „Learning by doing“.

5 | Wie lange arbeitet ihr an einem Artikel? Geht ihr dabei methodisch vor und plant ihr, was ihr demnächst schreiben wollt?

Die Rezeptgeschichten müssen zum Verlauf des Gartenjahres passen. Dabei sind natürlich die Wintermonate schwieriger.

Salat auf einem Teller

Five Shades of Green

 

Five Shades of Green?

 

 

 

Für die Zeitung werden die Geschichten mit etwa sechs bis acht Wochen Vorlauf geschrieben. In der Regel dauert es ein bis zwei Stunden bis der Entwurf steht. Die Fertigstellung erfolgt meist nach zwei bis drei Tagen. Im Blog werden die Beiträge erst veröffentlicht, wenn sie schon in der Zeitung erschienen sind.

Die Geschichten im Mitmachblog sind am Wochenthema orientiert. Diese Beiträge entstehen spontaner.

6 | Wie kommt ihr auf eure Geschichten?

Die Geschichten sind von den jeweiligen Lebenssituationen der AutorInnen inspiriert. Zuweilen werden auch zwei oder drei unabhängige Ereignisse zu einer Geschichte zusammengefügt.

7| Wie hat sich euer Blog im Laufe der Zeit entwickelt? Was waren eure bisherigen Highlights und gab es auch Rückschläge?

Seit Beginn entwickeln sich die Zahlen zufriedenstellend. Vor allem die Likes und Kommentare zeigen, dass die Beiträge offensichtlich den richtigen Nerv beim Publikum treffen. Der Beitrag mit den meisten Likes ist zur Zeit „Kalter Hund“.

8 | In der Blogosphäre interessiert man sich über die Erfolgszahlen anderer Blogger.  Wieviel Leser/Seitenaufrufe pro Monat hat euer Blog zur Zeit?

Im April 2017 zeigte WordPress 732 Follower an. (Anm. Mai 787 Follower) Die Besucheranzahl schwankt seit Januar 2017 zwischen 2000 und 2500 pro Monat.

9 | Ein Blog lebt auch von Kommentaren seiner Leser. Wird das bei Karotina ausgiebig genutzt?

Die Beiträge auf Karotinasblog werden oft sehr freundlich kommentiert. Gelegentlich machen die Leser auch auf Fehler aufmerksam. Diese Fehler werden dann voll Demut und Dankbarkeit korrigiert.

9 | Welche Blogs lest ihr selbst und warum?

Die Blogs der Follower werden regelmäßig besucht. Alle hier aufzuzählen, würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen.

10 | Blicken wir in die Zukunft: Wie könnte euer Blog 2020 aussehen? Habt ihr weitere Pläne?

Wenn alles gut geht, werden im Jahr 2020 über sechzig Rezeptgeschichten erschienen sein. Spätestens dann wäre es an der Zeit, über eine Zusammenfassung als Buch nachzudenken.

11 | Zum Abschluss: Euer ultimativer Anfängertipp?

Stelle dir die Frage: Was willst du mit deinen Beiträgen erreichen?

Faszinierende Storys

Karo-Tina Aldente ist kein Gartenblog im klassischen Sinne. Kleine Episoden reihen sich aneinander, in denen über Blümchen X und Nachbar D, über Früchtchen Y oder Frau A. und vielen anderen fabuliert wird. Sie basieren  schlicht auf erlebte oder frei erfundene Alltagsgeschichten.

Dabei wird munter drauflosgeplaudert, so als stehe man mit am Gartenzaun und ist Teil der Szenerie. Selbst Rezeptideen und Gartentipps werden in Geschichten verpackt.

Wie die Geschichte mit dem Tomatensex:viele rote Toamten

„Puschele ein wenig hier, rüttele ein wenig da, das ist nämlich gut für die Bestäubung meiner Tomaten. Ich bin sozusagen bei der Fortpflanzung behilflich.“

Dass das ankommt, zeigen die vielen Likes und Kommentare und mittlerweile fast 800 Follower des Blogs.

Liest man sich für längere Zeit in den Blog hinein, lernt man die Protagonisten der Geschichten mit ihren ganz speziellen Eigenarten kennen. Sie tauchen mehr oder weniger  immer wieder mal in den einzelnen Storys auf. Ganz oft dabei der Nachbar vom Planeten Dings, ein meist sehr schlauer, aber auch sehr wundersamer Zeitgenosse. Oder die nette Frau Anderlecht, die irgendwie nach Kaffee und Eierlikör duftet. Sie werden uns von Story zu Story sympathischer.

Im übrigen lieben wir Karo-Tinas Grüße an die Leser. Hier ein paar zur Ansicht (mit vorausschauender Absicht unvollständig – zur weiteren ergiebigen Suche freigegeben):

 

„Allerbeste Grüße aus dem Garten.“

„Tröstende Grüße aus dem Garten.“

„Anfeuernde Grüße aus dem Garten.“

„Mystische Grüße aus dem Garten.“

„Sausegrüße aus dem Garten.“

„Freischwebende Grüße aus dem Garten.“

„Lyrische Grüße aus dem Garten.“

„Frische Grüße aus dem Garten.“

„Zeitverschiebende Grüße aus dem Garten.“

 

Fazit – Unbedingt mitlesen

Dieser Blog ist außerordentlich gut gelungen und darum eine Empfehlung wert. Vor allem die erfrischenden Texte ziehen den Leser in ihren Bann. Viel Spass beim Mitlesen.

 

Wir danken den Schreibern von Karo-Tina Aldente fürs Mitmachen und das nette Interview und wünschen selbstverständlich viele interessierte Leser und fabelhafte Textideen.

Hast du auch Interesse, deinen Blog bei Blogspione vorzustellen? Dann kannst du dich bis Ende Juli bei uns melden.

 

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15 Gedanken zu „100 Dinge, die wir meistens nicht über andere Leute wissen wollen – oder doch?

  1. „Karo-Tina gibt’s gar nicht?! Ist sie tot?“ Lieber Himmel, ich hab gerade eine halbe Stunde gebraucht, Koksi und Henk über Pseudonyme aufzuklären (Henk wollte dann wissen, ob das auch bei Banküberfällen funktioniert).
    Lieben Gruß an alle Karo-Tinas! ❤️

    Gefällt 4 Personen

  2. Ich freue mich, dass Du mir diesen Block näher gebracht hast. Ich wurde aufmerksam, auf diesen Block, als ich die Grafik sah. Ein feines, elegantes, zartes Gebilde eines Frauengesichtes. Ich verband damit ein lichtes, erfrischendes, neutrales Wortspiel. Ich bin nicht enttäuscht.
    Vielen Dank
    Hilde

    Gefällt 2 Personen

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