Zehn Irrtümer über Blogs

Zehn Irrtümer über Blogs Holzfiguren stehen auf Schachbrett, Schachfiguren umgeworfen

Du bist schon Blogger oder planst, demnächst deinen Blog online zu stellen?

Bloggst du, weil du selbst gern Neues ausprobierst, deine Leser inspirieren möchtest und … weil es einfach Spaß macht?

Was? Spaß?

Bloggen macht Arbeit, ist anstrengend, raubt dir die Zeit, die Technik nervt und im Sommer hast du sowieso keine Lust.

Und so ranken sich viele Mythen um Blogger und Blogs.

Was ist wahr? Was ist ein eventuell ein Irrtum, der sich seit Jahren hartnäckig im Bloggeruniversum hält?

Neugierig? Die zehn häufigsten Irrtümer möchte ich heute einmal beleuchten:

1. Dass dein Blog nur dein Blog ist, ist nicht richtig.

Dein Blog ist für deine Leser. Also denk beim Schreiben eines Blogpost nicht an dich, sondern an sie. Denke so wie sie, denk dich in deine Leser hinein.

Biete ihnen Qualität, Lösungsmöglichkeiten für den Alltag und gern auch Humor. Aber beachte die Interessen deiner Leser.

Versuche deine Statistiken zu lesen, interpretiere erhaltene Kommentare oder starte auch mal eine Umfrage. Was glaubst du, was sie bei dir lesen möchten?

2. Blogartikel sollten mindestens 1000 Wörter haben.

Oder doch nicht?  Uuups, hier gehen die Meinungen im Netz weit auseinander. Da wird von 2500 Wörter fabuliert, ok seien aber auch 300 oder 700 Wörter. Ja, was denn nun?

Ergo: Die Anzahl der Wörter in deinen Posts ist völlig irrelevant. Entscheidend ist allemal (wie in Punkt 1) die Qualität des Geschriebenen.

Zu guter Letzt hängt die Größe eines Blogpost aber auch vom Thema ab. Fotografieblogger und Rezeptesammler werden eher weniger Wörter posten als Blogger mit weitreichenden Abhandlungen zu einem Thema.

Also, ganz locker mit den Wörtern. Probier dich aus, was dir am meisten liegt.

3. Männer bloggen mehr?

Nein! Neueste Studien haben längst eine Wandlung in der Blogcommunity ausgemacht.

Waren es um die Jahrtausendwende noch mehr männliche Blogger, so gibt es heutzutage ebenso viele Bloggerinnen wie Blogger. Bei der ganz jungen Generation sind die Frauen mittlerweile so stark vertreten, dass wir zukünftig von einer weiblichen Mehrheit ausgehen.

4. Dass Blogs mit der größten Reichweite auch gute Blogs sind, ist ein Irrtum.

Alle mir nach. Was alle lesen, ist super. Natürlich vertraut die Wissenschaft der Schwarmintelligenz.

Doch oftmals haben wir im Laufe der Internetevolution verlernt, selbständig und intelligent zu recherchieren und sich die eigene Meinung zu erarbeiten.

Wer von Zeit zu Zeit mal seine Lesegewohnheiten ändert und Google-Vorgaben und WordPress-Empfehlungen nicht vertraut, kann viel gewinnen. Lies in den kleinen, unbekannten Blogs.

Ich verspreche es dir: Das wird die schönste und ganz besondere Entdeckungsreise in die vielfältige und bunte Blogwelt. Und die ist besser als all die hoch„glanz“motivierten und werbelastigen Superblogs.

5. Wer meint, dass Blogger eine Gegenöffentlichkeit schaffen und besseren Journalismus abliefern, liegt falsch.

Wichtigstes Motiv am Bloggen bleibt die Freude am Schreiben. So erzählen die meisten Blogger private Anekdoten aus ihrem Alltag, wogegen Kommentare zu wirtschaftlichen oder gesellschaftspolitischen Themen verhaltener abgegeben werden als in anderen, überwiegend anonymen Netzwerken.

Recherchiere umfassend, beleuchte alle Seiten, falle nicht auf Fakes hinein. Bleib ehrlich, menschlich und posaune keinen Blödsinn.

Dann könnte es einmal so weit sein, dass wir ehrlichen Journalismus bieten.

6. Es ist falsch, dass Blogger, die rein privat bloggen, kein Impressum und  keine Datenschutzerklärung abgeben müssen.

Seit 2018 ist die Datenschutzgrundverordnung (DGSVO) in der EU in Kraft. Das hatte im Vorfeld für viel Verstimmung in den Netzwerken gesorgt. Viele Probleme sind gelöst, andere hingegen noch völlig offen.

Beachte: Zur jetzigen Zeit ist es juristisch noch nicht eindeutig geklärt, wo privat beginnt bzw. aufhört.

Da in einem Blog redaktionelle Inhalte im Internet für den „allgemeinen“ Leser veröffentlicht werden, musst du die DSGVO einhalten. Das heißt damit für deinen Blog immer zwingend ein vollständiges Impressum sowie eine Datenschutzerklärung.

Lies dazu auch meine Erläuterungen im Kommentar zum Blogartikel Aller Anfang ist schwer – 6 neue Blogs.

7. Es stimmt nicht, dass jeder aus einem Weblog ungefragt zitieren und kopieren darf.

Die Verwendung von Zitaten und Bildern ist durch das Urheberrecht geregelt. Grundsätzlich gilt: Hol dir vor der Verwendung fremder Inhalte immer die Erlaubnis des Berechtigten ein. So bist du auf der sicheren Seite.

8. Dass Blogs unabhängig sind, ist ein Märchen.

So versuchen Unternehmen,  Blogger zu positiven Äußerungen über ihre Produkte zu animieren. Mit einem Blog Geld zu verdienen ist an sich erst einmal kein Problem.

Aber Achtung: Werbung ist Werbung. Selbst Posts über kostenlos erhaltene Produkte oder Leistungen sind Werbung und müssen dementsprechend gekennzeichnet sein.

9. Weblogs sind keine Spielerei.

Bloggen muss „gelernt“ werden. So sind sich viele Blogger der Gefahren eines Blogs nicht vollumfänglich bewusst.

Als Blogger solltest du wissen, dass deine Posts langfristig archiviert werden. Es ist einfach und schnell möglich, Rückschlüsse auf dich als Privatperson zu ziehen.

Beachte also deinen Selbstschutz und überlege genau, was du schreibst.

10. Falsch ist es, in deinem Blog nicht zu verlinken.

Viele vermeiden Links auf ihren Blog aus Angst, Leser an andere Blogs zu verlieren.

Jedoch bringt Verlinken auch dir Vorteile. Denn wer verlinkt, wird auch selbst häufiger gesehen.

Verlinke dabei nicht nur auf große Blogs, vor allem die kleinen Blogs freuen sich über jede Hilfe.

Im Verlinken, Kommentieren, gegenseitigen Vernetzen und offenen Miteinander sehe ich das Besondere am Bloggen: Und dann macht es mit Sicherheit auch viel Spaß.

Und nun die Frage an dich: Was war für dich neu? Kennst du selber einige Blog-Irrtümer? Wenn ja, erweitern wir gemeinsam die vorstehende Liste. Also, kommentiert frisch mit. Ich freue mich darauf.

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18 Gedanken zu „Zehn Irrtümer über Blogs

  1. Hallo + danke für die tolle Zusammenfassung. Ich habe keinen weiteren Punkt im Kopf, würde dennoch gerne hinzufügen, dass Rezensionen keine Werbung sind. Es befremdet mich gelegentlich, wenn Blogger/innen ihre Artikel so verlinken. Eine Rezension, selbst wenn sie positiv ausfällt ist keine Werbung, sondern eine eigene Meinung. Zu der man – im besten Fall – durch das Lesen des entsprechenden, oft vom Verlag als Leseexemplar zur Verfügung gestellten Buches kommt. In diesem Sinn ist das zugeschickte Buch kein Geschenk, sondern Arbeitsmaterial. Liebe Grüße!

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    • Hallo Stephanie,

      du hast vollkommen recht, wenn du schreibst,, dass eine Buchrezension eine Meinung ist und damit per se nicht als Werbung zu kennzeichnen ist.

      Jedoch habe ich oftmals feststellen müssen, dass Blogger einfach und schnell mit übernommenen/vorgegebenen Texten und Fotos Kaufempfehlungen abgegeben. Dann habe ich eindeutig Werbung vor mir.

      Bis jetzt ist die Rechtslage dahingegen noch ziemlich unbefriedigend. Das Bundesjustizministerium hat vor ein paar Tagen (im Juni 2019) eine Meldung veröffentlicht, in der ein „Influencer-Gesetz“ angekündigt wird. Auch wenn man hier geteilter Meinung sein kann, es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Klare Regelungen sind überfällig, vor allem um jeglichen Abmahnfirmen einen Riegel vorzuschieben.

      Liebe Grüße von Katy.

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  2. Das habt ihr lieben Spione wirklich ganz ausgezeichnet zusammengefasst! Besonders Punkt 2 spricht mir aus der Seele. Ich kann mich schlecht konzentrieren, wenn ich auf dem Bildschirm eine Wortwüste durchlesen muss. 1.000 Wörter dürfen es schon mal werden, wenn das Thema dies hergibt. Aber 2.500? Nur damit Google sich freut? Never.
    Auch die Punkte 6 und 7 finde ich sehr wichtig.
    Dass Frauen inzwischen viel mehr als Männer bloggen, ist mir auch schon aufgefallen. Aber ich bin mir nicht sicher gewesen, ob es sich hier nur um meine eigene Wahrnehmung handelt.
    LG
    Sabienes von https://sabienes.de

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    • Hallo und danke für deinen Kommentar.

      Auch ich mag lange Blogartikel nicht. Noch schlimmer: wenn jegliche Absätze und Formatierungen fehlen. Damit wird das Lesen am PC zur Tortur.

      Oft habe ich mich über einen kleinen, wunderschönen Satz in einem Blog mehr gefreut. Oder über ein inspirierendes Foto. Passiert mir bei Twitter seltener.

      Damit stimmt hier der Spruch: Weniger ist mehr.

      Abendliche Grüße. Katy

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  3. Den Punkten kann ich genauso zustimmen. Aktuell verfolge ich gerade, dass neue Blogs auf Impressum und Datenschutz verzichten. Und sich mit dem rechtlichen Aspekt nicht auseinandersetzen wollen. Ich bin gespannt wie das weiter geht.

    Ich finde es schön, dass du die kleinen Blogs so hervor hebst. Da bekommt man wirklich mal ganz andere Sachen zu sehen.

    Ich blogge aus Leidenschaft und finde es gerade sehr spannend wie mein Blog sich in den bald sechs Jahren verändert hat.

    Liebe Grüße
    Kerstin

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    • Hallo Kerstin,
      vielen Dank für deinen Kommentar und die anerkennenden Worte.

      Es ist manchmal nicht leicht, kleine und vielversprechende Blogs zu entdecken. Da Google keine wertvolle Unterstützung bietet, helfen mir Blogrolls weiter. Da werde ich meist fündig. Also, liebe Blogger: Blogrolls, Blogrolls, Blogrolls.

      Abendliche und erfrischende Sonnenwendsgrüße
      Katy

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  4. Es gibt nichts Schlimmeres als meterlange Blogartikel. Wenn es nicht wirklich eine sehr interessante Thematik ist, fang ich erst gar nicht an und klick mich gleich wieder raus. Was Normalo – Blogs angeht, würde ich sagen, da ist weniger oft mehr :)

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  5. „Wichtigstes Motiv am Bloggen bleibt die Freude am Schreiben.“ Stimmt, Bloggen macht mega viel Spaß! Es ist eine leere Leinwand für Kreatives. Rumprobieren und feilen ist da auch nach Jahren immer noch spannend. Und den Mut zu haben, auch mal anders zu sein als andere, ohne dabei zu verletzen.

    Schöner Artikel, vielen Dank!

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    • Hallo, leider kann ich zu deiner Frage keine rechtssichere Auskunft geben, da auch ich nur nach einer Antwort „gg“ habe. Deshalb Achtung. Das habe ich herausgefunden:

      In der Schweiz gilt seit 2012 eine generelle Impressumspflicht. Vor allem auch Blogger, die Inhalte auf ausländischen Hostern (WordPress, Tumblr, Blogger usw.) veröffentlichen, fallen darunter.

      Also Blog = Impressum.

      Viele Grüße aus Deutschland.

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