Der perfekte Name für einen Blog – Teil 1

Merkmale, praktische Tipps und Beispiele

Der perfekte Name für einen Blog

„Katy, Kaaaaty, warte!“ Erschrocken bleibe ich stehen. Ich bin in einer mir völlig fremden Gegend. Wer sollte mich hier kennen?

Ein Mann kommt mir keuchend hinterhergelaufen. „Kaaty, Katy . . . “ und – er rennt an mir vorbei. Ohne auf die fahrenden Autos zu achten, sprintet er zur gegenüberliegenden Straßenseite.

Hund im hohem Gras, daneben kleine Tafel mit Vornamen und die Frage: Und wie heißt du?Was soll das denn?  Ich entdecke eine riesige Dogge, die seelenruhig, immer die Leine hinterherziehend, Menschen, Bäume und Fahrräder erkundet. Natürlich tat sie so, als ob sie den hinterherhechelnden Rufer nicht kannte.

Ich war empört. Mein Name für so ein riesiges Tier. Mein Menschenname für solch einen Hund.

Hunde sollten Balu heißen, Charly oder Sam. Aber Katy?

Freilich, die Geschichte ist schon ewig her. Und doch kann ich mich so klar an die Begebenheit erinnern. Mein Gefühl blieb: Der Hundehalter hatte bei der Namensfindung voll danebengegriffen. Wau.

Es soll heute hier nicht um Hundenamen gehen. Meine Frage lautet: Wie verhält es sich mit dem Namen für einen Blog?

Ist dir schon einmal ein Blog mit einem unpassenden Namen aufgefallen? Fühlte sich das auch total falsch an oder war es dir schnuppe?

Ich zeige dir, auf was du bei der Namensfindung für einen Blog achten solltest:

„Nomen est omen.“ – Was einen guten Blognamen ausmacht

Der Name sagt alles. Ja, die alten Römer. Hatten schon Sprichwörter, die auch für einen Blog passen. Wir gebrauchen diesen Satz, sobald der Name einer Person oder Sache treffend gekennzeichnet wurde. Wir verknüpfen diesen Namen mit einer Eigenschaft und/oder seinem Inhalt.

Beim Sprichwort nicht selten hintergründig, aber das nur mal so nebenbei.

Personennamen wurden in früherer Zeit oftmals erst dann vergeben, wenn sich beim Heranwachsenden die Charaktereigenschaften herausgebildet haben. So gibt es „gute“ Vornamen, wie der Schlaue und  die Schöne, aber auch „schlechte“ wie der Irre, der Streitende oder die Teuflische. Später kamen Berufsbezeichnungen und Ortsnamen hinzu.

Dieses Prinzip bei der Namensvergabe solltest du auch beim Blognamen verwenden.

Fakt 1: Ein guter Blogname lenkt die Aufmerksamkeit direkt auf das Blogthema.

 

Warum du für deinen Blog einen guten Blognamen benötigst

Möchtest du, dass dein Blog bekannt und von vielen Usern gelesen wird? – Ja, sicher. Und möchtest du, dass dein Blog in den unendlichen Weiten des Weltrau … ähh Internets gefunden wird? – Natürlich. Ja, ja, ja.

Na, also.

Infografik: Wie aussagekräftig sind Blognamen im deutschsprachigen Raum? Aussagekräftige Blognamen werden nur zu etwa 45 % vergeben. Den größeren Anteil haben unklare Blognamen mit fast 55 %.

Deutsche, schweizerische und österreichische Blogs werden oftmals mit einem unklaren Blognamen versehen. Was für Auswirkungen hat das?

Meine Stichprobe unter über 1.600 deutschsprachigen Blogs ergab einen direkten Zusammenhang zwischen Blogname und Lebensdauer des Blogs.

Infografik Untersuchung zeigt die Folgen eines unklar benannten Blogs. Blogs mit aussagekräftigen Blognamen werden nur zu 29 % im Laufe der Zeit eingestellt. Mehr als 37 % der Blogs mit unklaren Blognamen werden nach 3-4 Jahren gelöscht.

Fakt 2: Ein Blog mit einem aussagekräftigen Blognamen hat eine längere „Lebensdauer“ als ein Blog mit unklarem Blognamen.

 

Wie du Internetnutzer motivierst

Weißt du was 3715blog ist? Nein. Oder was verbirgt sich hinter katyswelt? Ist dir das auch völlig unklar? Würdest du in einen Blog mit solch einen Namen klicken?

Als Blogspionin geht es mir oft so. Entdecke ich einen neue Blog und kann vom Namen nicht auf den Inhalt des Blogs schließen, dann klicke ich ihn nicht an.

Findest du DerBlogfotograf und VeganeBäckerin eindeutiger? Selbstverständlich. Keine Frage.

Mit anderen Worten: Wenn du neue Leser für deinen Blog interessieren willst, musst du dich darauf konzentrieren, eine qualitativ hochwertigen und eindeutigen Blognamen zu finden. Ein aussagefähiger Blogname ist leistungsfähiger als ein 0815-Blogname.

Fakt 3: Der Name eines Blogs ist die entscheidende Motivation zum erfolgreichen Klick.

 

Die 5 Merkmale eines perfekten Blognamens

Wie sich also herausstellt, haben hochwertige Blognamen alle die gleichen 5 Merkmale.

 

Merkmal 1: Kurz und einfach

Merkmal 1: Ein guter Name für deinen Blog ist kurz und einfach.

Ich erinnere mich noch sehr gut an die ersten Überlegungen zu Blogspione. Die Ideen wanderten von BlogundWebseitentest und Webseitenblick zu Blogsichten.

Ich wollte alle im Blog angesprochenen Themen im Namen einbauen.  Das war viel zu lang.

Webseitenblick fand ich schon ganz passend, doch fehlte mir hier der Bezug zu Blogs. Beim dann favorisierten Blogblick bekam ich trotz kurzem Namen fasst einen Knoten in die Zunge. Und Blogsichten gefiel uns einfach nicht. Mit Blogspione fand ich einen treffenden Titel für meinen Blog, kurz, eindeutig und einfach.

 

Merkmal 2: Leicht zu merken

Merkmal 2:  Ein Blogname muss sich leicht merken lassen. Hilfreich ist dabei eine bildhafte Sprache.

Im Allgemeinen haben wir Menschen nur ein begrenztes Namensgedächtnis. Kein Wunder: Namen sind zu abstrakt.

Ähnlich einer mühseligen Vokabelpaukerei kannst du dich schon morgen nicht mehr an den interessanten Blog erinnern, den du heute entdeckt hast.

Zum Glück hast du ein Lesezeichen gesetzt? Oder doch nicht? Pech. Hast du vergessen. Und die Chronik ist gelöscht. Wie war nochmal der verdammte Name. Google hilft auch nicht weiter, da der kleine neue Blog noch nicht gerankt ist.

Tatsächlich merken wir uns bildhafte Bezeichnungen besser als abstrakte.

Nehmen wir als Beispiel BesteHorrorfilme. Ich gebe es zu: nicht mein Lieblingsthema. Er ist einfach zu merken und: Kann man diesen Blognamen vergessen?

 

Merkmal 3: Mit Haupt-Keyword

Merkmal 3: Mit einem Keyword im Blognamen rankt der Blog ganz weit oben.

„Ein Keyword (Schlüsselwort, Schlagwort) ist eine Texteinheit, meist ein gängiger Begriff, der entweder im Text selbst vorkommt oder mit dem ein Text verschlagwortet werden kann. Dabei kann es sich sowohl um ein Wort als auch um die Kombination mehrerer Wörter, Zahlen oder Zeichen handeln.“ (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Keyword_(Online-Marketing))

Ein Keyword ist der Suchbegriff, den der Internet-Nutzer in das Suchfeld bei Google oder bei anderen Suchmaschinen einträgt. Steht der Suchbegriff im Zusammenhang mit dem Blognamen, ähnelt er ihm oder ist er gleich, ist der erste Schritt zu einem optimalen Suchmaschinenmarketing getan.

Der einfachste Weg ist, deinen Blog mit einem treffenden Blognamen zu benennen und ihn mit dem Blogthema zu verknüpfen.

  • Du schreibst über Häkelarbeiten – dann benenne deinen Blog so.
  • Du berichtest über deinen Verein – dann heißt dein Blog genauso.
  • Du erzählst Geschichten über deine Erlebnisse – dann steht das auch im Blognamen.
  • Du gibst Tipps und klärst auf – dann weise auf das Problem schon im Blognamen hin.

Warum ist das wichtig?

Eine Untersuchung hat ergeben, dass ein Blog mit treffendem Blogname in den Suchmaschinen höher rankt.

In etlichen Blogratgebern wird auf die Vergabe von richtigen Keywords/Schlagwörter für die Textbeiträge hingewiesen. Das ist natürlich richtig. Aber wieso erst dann? Lande einen Volltreffer bei Google und Co. und betitle deinen Blog dementsprechend.

Kommen wir nochmal kurz zum Blog http://bestehorrorfilme.com/ zurück. Das dieser Blog weit vorn in den Suchmaschinen rankt, ist wohl erwartbar.

Ein kurzer Hinweis: Eine Suchmaschinenoptimierung beinhaltet unzählige Maßnahmen, die hier nicht weiter erörtert werden. Der „Keyword-Blogname“ ist dabei nur ein Tipp unter vielen.

 

Merkmal 4: Keine bekannte Marke

Merkmal 4: Ein Blogname darf keiner bekannten Marke ähneln.

Nein, das darfst du nicht. Kein Nuella, McWonald oder Roco-Moca. Auch kein „Nichtsistunmöglich“. Das kann gefährlich werden. Große Firmen verstehen keinen Spaß bei

  • gleichlautenden
  • ähnlich reimenden
  • oder bekannten Werbesprüchen.

Also Finger davon, auch wenn es noch so lustig ist.

 

Merkmal 5: Vorsicht bei bestimmten Buchstaben

Merkmal 5: Ein guter Blogname beginnt nicht mit X und Q, auch den Buchstaben ß sowie die Umlaute ä, ö und ü nicht benutzen.

Angenommen, du möchtest deinen Blog internationaler ausrichten. Toll.

Die oben genannten Buchstaben und Umlaute existieren in anderen Sprachen nicht bzw. werden nicht am Anfang eines Wortes verwendet. Obendrein fehlen sie oft auf ausländischen Computertastaturen. Da der Blogname im besten Falle auch der Domainname ist, kommen damit technische Probleme hinzu.

 

Das waren die 5 Merkmale für sehr gute Blognamen.

Im nächsten Teil der Serie „Der perfekte Name für meinen Blog“ werde ich Schritt für Schritt zeigen, wie du einen perfekten Namen für deinen Blog findest und wir machen eine Exkurs durch deutsche Blognamen.

Hilfst du mir dabei?

Mich würde sehr interessieren, wie du den Namen für deinen Blog ausgewählt hast? War es einfach oder schwer, was hat dich letztendlich inspiriert und wie lange hast du für deine Entscheidung gebraucht? Ich freue mich über alle Kommentare oder Mails an blogspione(at)gmx.de  .

 

7 Gedanken zu „Der perfekte Name für einen Blog – Teil 1

  1. Verbindlichen Dank für diese bedenkenswerten und netznützlichen Hinweise!
    Der Name für mein Buchbesprechungsblog „LESELEBENSZEICHEN“ hat sich mir beim wortspielerischen Herumprobieren buchstäblich schnell gefügt und ich bin nach wie vor rundherum damit zufrieden.
    Ich finde es auch seltsam, daß manche Blognamen so undurchsichtig und wenig aussagekräftig sind. Wer gelesen werden will, sollte mögliche Leser einladen und ihnen informativ-wegweisend entgegenkommen.
    Ein griffiger und treffender Blogname ist ebenso wichtig wie eine substanzielle „Über-mich-Seite“, die ja von manchen Bloggern auch sträflich vernachlässigt wird.
    Nachtaktive Grüße
    Ulrike von Leselebenszeichen

    Gefällt 2 Personen

    • Hallo Ulrike,

      danke für deinen Einblick zur Blognamensfindung. „Schnell gefügt“, das ist eine Glanzleistung bei so einen perfekten Blognamen. Ich habe Tage damit verbracht.

      Zu den „Über-mich-Seiten“: Ich stoße oft auf Blogs, bei denen ich kaum nachvollziehen kann, was der Schreiber uns eigentlich mitteilen möchte. Die dann fehlenden „Über-mich-Seiten“ verwundern mich, umso überraschter bin ich bei einer richtig gut gelungenen Vorstellung. Eine aussagekräftige „Über mich-Seite“ ist die letzte Rettung, dass Ruder für einen potentiellen Neu-Leser herumzureißen.

      Übrigens: Für das nächste Jahr stehen die Naja-„Über-mich-Seiten“ und ein Blick auf die Besten schon im Redaktionsplan. Ich bin selbst schon gespannt.

      Einen guten Start ins Wochenende und liebe Grüße
      Katy

      Gefällt 2 Personen

  2. Über meinen Blognamen habe ich mir nicht viele Gedanken gemacht. Mein Blog entstand im September 2013 aus einer „Schnapslaune“ heraus. Ich hatte gerade das Basteln wieder für mich entdeckt. Und es waren gerade noch 100 Tage bis Weihnachten. So entstand ein 100 Tage Countdown bis Weihnachten mit 100 Weihnachtskarten. Dem zur Folge passte Kerstins Kartenwerkstatt für mich ganz gut. Ich wollte es persönlich haben und im Namen zeigen was ich mache.
    In den letzten zwei Jahren habe ich oft überlegt, ob ich den Namen ändere. Weil er nicht mehr 100%ig zum Blog passt. Doch für einen Buch- und Kreativblog ist mir noch ein schöner kurzer Name eingefallen, der nicht schon belegt ist. Und so nach der langen Zeit mag ich meinen Blognamen einfach nicht ändern.
    Deine 5 Punkte zur Namensfindung finde ich passend. Der Hinweis mit den Buchstaben, die man nicht verwenden sollte finde ich wichtig. Den Aspekt habe ich bei meiner eigenen Überlegung damals auch gehabt. Ja keine Buchstaben verwenden, die nicht überall geschrieben werden können.
    LG Kerstin

    Liken

    • Hallo Kerstin,

      danke für deine ausführlichen Anmerkungen zum Thema Blogname.

      Ja, das Problem kenne ich. Auf der einen Seite ist es gut, seinen Blognamen thematisch nach dem Inhalt zu wählen. Andererseits ist man durch einen zu speziellen Blognamen eingeengt, wenn neue Ideen dazukommen.

      Und doch würde ich den alten und damit bekannten Blognamen beibehalten. Ganz schwierig wird es, wenn dann noch URLs geändert werden. Alle Verlinkungen und Referenzen gehen verloren und das mühsam aufgebaute Ranking in den Suchmaschinen geht flöten. Zu guter letzt wird der Blog nicht mehr gefunden.

      Dein Blog hat einen perfekten Namen. Und da die Inhalte wie die Weihnachtskarten-Werkstatt nicht gelöscht werden und mit Sicherheit von kreativen und neugierigen Lesern immer wieder besucht werden, passt der Blogname auch weiterhin gut.

      Deine Idee, im Header des Blogs auf die weiteren Inhalte aufmerksam zu machen, ist grandios gelöst. Tolles Beispiel, dass ich gerade noch selbst anführen wollte, doch du warst da schneller.

      Schönes Wochenende
      Katy

      Gefällt 1 Person

      • Liebe Katy,
        deine Worte tun gut und bestärken mich darin meinen Blognamen nicht zu ändern.

        Bei meiner Überlegung ob ich den Namen änder kam dann der neue Header heraus, der alles nennt, was man auf dem Blog erwarten kann und es entstand auch das Logo, das zum Einen den Blognamen trägt und zum Anderen aber eindeutig auch auf Bücher hinweist.

        Ich wünsche dir ein schönes Wochenende
        LG Kerstin

        Gefällt 1 Person

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