Was schreiben Blogger zur Zeit der Corona-Krise? Teil 2

Viren Was schreiben Blogger zur Zeit der Corona-Krise?Ich hätte nie gedacht, dass ich mit Mutterns alter Nähmaschine jemals etwas nähen würde. Nun bemerkte sie nur „hätteste mal früher schon…“, gab mir dann aber doch Anleitung und Tipps mit auf den Weg.

Und jetzt bin ich stolz wie Bolle auf meine selbst genähten „Mund-Nase-Abdeckungen“. Nur unsere Große rollte mit den Augen und bestellte sich schickere Alternativen im Internet.

Na ja, wenn ich ehrlich bin, meine sehen schon aus wie die Zipfelmützen von Schneewittchens Zwergen. Egal, sie erfüllen ihren Zweck. Hoffen wir, dass der ganze Spuk bald vorbei ist.

Nachdem ich mich im ersten Teil des Corona-Spezials mit IT-, Familien- und Freizeitbloggern beschäftigt habe, geht es heute um Kultur-, Job-/Wirtschafts- und Reiseblogs und der Frage, wie diese mit der Krise umgehen. 

Kulturblogs – Kreatives Schaffen im Digitalmodus

Trotz zaghaften Lockerungen sitzen wir daheim und trauern so einigen Annehmlichkeiten unseres Lebens nach. Mir fehlt die Kultur, ab und an ins Kino, eine Lesung, das Kabarett und meine Leute vom Historischen Verein.

Da kommen mir die kreativen Angebote aus dem Internet sehr gelegen. Obwohl: Das Gefühl eines Livekonzerts, die Menschenmenge und die Lautstärke, das Beben im Raum, das Raunen und die Zwischenrufe samt tobenden Applaus können nicht annähernd herübertransportiert werden. Es ist eben nur ein Bildschirm.

Aber nichtsdestotrotz, ich finde die kreativen Ideen schon toll.Der Blog der Deutschen Oper Berlin strotzt nur so von Informationen übers Haus und bietet für eine begrenzte Zeit Videostreams zu aktuellen Produktionen.Vielleicht entdeckst du ja deine Liebe zur Oper?  Deutsche Oper Berlin

Unzählige Museen laden zu virtuellen Touren durch ihre Ausstellungen ein. Unglaublich beeindruckend fand ich eine Drohnentour durch die Ausgrabungsstätten von Pompeji. Weitere Museen reihen sich ein: der Louvre in Paris, das Rijksmuseum in Amsterdam, das Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía in Madrid,das Metropolitan Museum of Art in New York oder die Vatikanischen Museen. Du siehst, ich schweife ab.

Denn eigentlich wollte ich Blogs vorstellen, so wie diese: kultur-blog und Kulturkonsorten. In beiden Blogs werden spannende und innovative Kulturideen präsentiert, die analog wie auch digital angeboten werden.

Job- und Wirtschaftsblogs – Krise und Neuanfang

Schlimm trifft es derzeit die Wirtschaft: Die Börsen krachen weltweit so stark zusammen wie seit der Finanzkrise nicht mehr.

Es hat nicht lange gedauert, und die Wirtschaft ist am Jammern. Mit einem prognostizierten Wirtschaftseinbruch von 4 Prozent kann eine „moderne“ Industrienation nicht leben.

Hilfspakete werden im Sekundentakt heraus gehauen, so dass die einfachen Leute staunen, woher das viele Geld so schnell kommt. Nur ganz nebenbei: Über die Grundrente wurde jahrelang diskutiert.

Als erstes möchte ich auf einen Finanzblog hinweisen: Timschaefermedia. Tim Schäfer ist Finanzjournalist und berichtet aus erster Hand von der Wall Street. Ausführlich beleuchtet er die aktuelle Wirtschaftskrise und die Auswirkungen auf die Aktienmärkte.

Sollte man seine Aktien weiterhin halten oder schnell verkaufen? Oder gar jetzt neu in Aktien investieren? Auf all diese Punkte wird eingegangen und in den Kommentaren vielfach diskutiert. Hundertprozentig lehrreich.

Und, wo arbeitest du zur Zeit? Fährst du noch ins Büro oder sitzt du schon in der bequemen Jogginghose vor deinem Privat-PC und machst Homeoffice?

Oh, Homeoffice. Das ist super. Keine Fahrzeit mehr, keine nervenden Chefs, kein stressiges Tastaturgeklapperer im Großraumbüro? Aber auch kein nettes Kollegenlächeln oder der witzemachende Kumpeltyp am Montagmorgen.

Wie geht es dir dabei? Brauchst du Tipps, um gegen Motivationsfrust und Aufschieberitis anzukommen. Dann empfehle ich dir den Blog aus der Schweiz Abenteuer Homeoffice .

Eine wahre Herausforderung für viele ist Kurzarbeit. Was machst du mit der vielen freien Zeit? Wie könntest du sie sinnvoll nutzen?

Wie wäre es mit einem Fernstudium bzw. Onlinekurs? Etliche Anbieter stellen ihre Kurse zur Zeit kostenlos ins Netz. Da lohnt es, sich ein wenig umzuschauen.

In der Corona-Krise sich neu orientieren? Ist diese Idee nicht vollends verrückt? Warum nicht. Vielleicht hattest du etwas Zeit zu überlegen, was dir zukünftig wichtig ist. Oder du musstest schweren Herzen erkennen, dass dein Arbeitgeber demnächst Stellen abbauen wird.

Gute Tipps zur Jobsuche hat Bernd Slaghuis Karriere-Blog.

Reiseblogs – Immer noch unterwegs?

Beim Durchschauen einiger Reiseblogs fällt mir auf, dass einige Blogger nichts von den Corona-Beschränkungen wissen. Wie kann es sonst sein, dass sie einfach weiter schreiben wie bisher.

Da werden weiterhin traumhafte Südseeinseln präsentiert, ohne auf die aktuellen Probleme einzugehen, die uns Reisende, Weltenbummler, Radler und Wanderfreunde betreffen.

Es geht aber auch richtig.So informiert Andersreisender über Gastronomie-Lieferservices.

Wärmstens an Herz lege ich dir den Reiseblog  blickgewinkelt . Inka schreibt in einem Coronatagebuch über ihre ganz privaten Gefühle in dieser verrückt-komischen Zeit. Absolut lesenswert!

Franzi von coconut-sports spricht mir aus der Seele.Auch ich kann die vielen, perfekt gestylten Fitness-Youtuber und -instagrammer nicht mehr sehen. Auch all jene nicht mehr hören-sehen wollen, die mir sagen, dass ich doch jetzt Zeit hätte, um endlich meine Wohnung auszumisten.

Ich arbeite in einem systemrelevanten Bereich und stehe wie viele andere jeden Tag vor Sonnenaufgang auf der Matte, um den „Laden“ am Laufen zu halten. Nicht alle sitzen zu Hause und warten darauf, dass Corona irgendwie vorbei geht.

Ja, Homeoffice ist ungewohnt und Kurzarbeit doof. Aber Millionen gehen weiterhin hinaus zu ihrem Job. Wir schlagen uns tagtäglich mit vielen anderen den Virus direkt um die Ohren. Und das im öffentlichen Nahverkehr, mit rücksichtslosen Mitbürgern und in den arbeitgebergenehmen Großraumbüros. Hoffen wir, dass wir trotz allem fit bleiben.

Viel Spaß beim Lesen der vorgestellten Blogs. Und bleib gesund.

Falls du es verpasst hast, hier geht es zum 1. Teil „Was schreiben Blogger zur Zeit der Corona-Krise?“

Kennst du spannende Blogs, die Corona als Thema aufgreifen? Dann teile mir gern den Link in den Kommentaren mit.

2 Gedanken zu „Was schreiben Blogger zur Zeit der Corona-Krise? Teil 2

  1. Moin!
    Ist es wirklich nötig und wird es tatsächlich erwartet, dass Reiseblogger zur Zeit bei allem über die Corona-Pandemie schreiben? Für meinen Reiseblog mit Schwerpunkt China habe mich bewusst dazu entschlossen, nicht über Corona zu schreiben. Dazu gibt es genug wirkliche Fachleute und endlose Reportagen und Berichte in den Medien. Ich habe alle relevanten Artikel auf meinem Blog, z.B. China Visum, mit einem aktuellen Hinweis versehen und empfehle Links für mehr Infos zu Corona. Das reicht. Bis auf eine Ausnahme: ein kurzer Artikel von mir beantwortet die Frage „Was heisst Corona auf Chinesisch?“ . Ansonsten arbeite ich meinen immer endlos langen Redaktionsplan ab, schreibe über kulturelle Themen und überarbeite alte Artikel. Auch zu Sehenswürdigkeiten in China und anderswo stehen noch Artikel an.
    Ich empfinde es auch als äußerst belastend, wenn ich überall nur Corona lese. Wenn jemand vor einem Jahr einen schönen Strand besucht hat und erst jetzt dazu kommt, darüber zu schreiben, fände ich es sehr befremdlich, wenn dann irgendwo ein „Aber in den jetzigen Zeiten sieht das sicherlich ganz anders aus!“ Wir hoffen doch alle, dass, wenn man wieder reisen kann, der Strand immer noch schön ist.
    Ich lese auch immer wieder, dass sich Reiseblogger fragen, ob man jetzt über Reisen und die Schönheit der Welt schreiben soll/kann. Natürlich kann man! Soll man! Wir sollten nicht vergessen, dass eine Welt da draußen -ungeachtet von Corona – existiert, eine Welt, die schön ist und in der man hoffentlich bald wieder reisen kann!
    Mit einem großen Kopfschütteln – Ulrike

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    • Liebe Ulrike,
      danke für deinen ausführlichen Kommentar.

      Ich gehe da voll mit dir. Die Welt dreht sich weiter und es ist nicht gut, immer und immer wieder auf die schwierige Situation hinzuweisen. Das macht kein Modeblogger, kein Familien- oder gar Technikblogger.

      Unser aller Leben hat sich massiv geändert und viele Sorgen treiben uns um. Ich habe mit meinem Blogartikel explizit auf Blogger hinweisen wollen, die Corona als Thema aufgegriffen haben.

      Reiseblogger sind für mich diejenigen, die von der Krise mit voller Wucht erwischt wurden. Kann ich als Leser in einem Reiseblog in keinster Weise erkennen, dass der Blogger auf die aktuelle Lage eingeht, habe ich damit ein Problem.

      Sicherlich ist das nicht in jedem Blogartikel notwendig. Aber ich finde es befremdlich, auf super tolle Erlebnisse und Traumstrände zu schauen, ohne zu erfahren, dass der Blogartikel nicht von „gerade jetzt“ ist (auch wenn ich das als Leser weiß). Außer derjenige ist an diesem Ort hängengeblieben und genießt die Welt.

      Da ist es doch allemal besser, darauf hinzuweisen, dass die Bilder von der letzten Reise sind und wir zusammen von schönen Zeiten träumen wollen, die mit Sicherheit wieder kommen werden. Oder ich lade meine Leser dazu ein, sich das xy-Lebensgefühl zu sich nach Hause zu holen (mit Musik, Rezepten, Deko und Büchern).

      Natürlich hast du Recht. Das muss nicht in jedem Blogartikel stehen. Dann aber wenigstens in einleitenden Sätzen zum Blog.

      Freuen wir uns auf bessere Zeiten. Mit lieben Grüßen Katy

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